Bericht Klettern für Einsteiger 10. Mai 2025
Mit Höhenangst im Klettergarten
Am Samstag, 10. Mai trafen sich neun gutgelaunte Skiclübler im Tessin - «Klettern für Einsteiger» stand auf dem Programm.
Unser Ziel war das Klettergebiet Balladrüm, welches sich etwas oberhalb von Ascona befindet. Voller Vorfreude machten wir uns auf den Weg zu den Kletterwänden «Panoramico». Der Name hält, was er verspricht: man hat einen traumhaften Blick auf den Lago Maggiore, die Brissago-Inseln und die Promenade von Ascona.
Kaum beim Klettergarten angekommen, kraxelten Bruno und Marco bereits eine Wand hoch. Sie richteten für uns, zum Teil Kletterneulinge (Anita, Daniela, Silvia und mich), zwei Routen ein, damit wir Toprope klettern konnten. Rein in das «Gschtältli» sowie die Kletterfinken und das Abenteuer konnte beginnen. Wir erhielten noch einige Tipps von den beiden und dann ging es los. Für mich, als totale Anfängerin und noch dazu mit Höhenangst, war es schon eine Herausforderung. Aber die ersten Tritte und Griffe waren gar nicht so schwierig, langsam stieg ich, begleitet von einem doch etwas mulmigen Gefühl, höher und höher. Aber ich spürte, wie Bruno das Seil immer straff nachzog - ich würde keinen Zentimeter fallen, wenn ich mich jetzt nicht mehr halten könnte. Ich konnte mich also absolut sicher fühlen. Ruhig atmen, einfach nicht nach unten schauen, fokussiert nach einem weiteren Griff oder Stand suchen. Nachdem ich etwas mehr als die Hälfte der gesamten Höhe erklommen hatte, dachte ich, für mein erstes Kletterabenteuer reicht diese Höhe, ich steige wieder ab. Ihr könnt es bestimmt erahnen: die anderen Clubmitglieder stimmten dem nicht zu. Also kämpfte ich mich weiter, meine Beine zitterten zwischendurch schon ein wenig. An gewissen Passagen konnte ich einfach keinen Griff oder Stand finden. Geduldig erhielt ich Anweisungen von unten: «Schau rechts, dort kannst du gut stehen, dann erreichts du auch den Griff über dir.» Dank dieser Unterstützung und den motivierenden Zurufen der anderen stieg ich konzentriert weiter und erreichte schliesslich das Ende der Route. Ein absolut tolles Gefühl, es geschafft zu haben – richtig zufrieden, glücklich und auch ein wenig stolz war ich. Aber jetzt, wie runter? Einfach nach hinten sitzen, hiess es. Ihr dort unten habt ja gut reden, dachte ich mir. Aber es gelang mir dann doch irgendwie und Bruno seilte mich langsam und sicher ab. Wow, was für ein Erlebnis war das!
«Panoramico» bietet Schwierigkeitsgrade von 3a bis 6a – so fanden auch die bereits geübten Kletterer unserer Gruppe Routen, die ihrem Niveau entsprachen. Schon faszinierend, wie leicht und geschmeidig das Klettern bei einem Könner aussieht. Abwechselnd wurde geklettert, gesichert, gefachsimpelt und zugeschaut. Zwischendurch gab es auch noch ein wenig Knotenkunde – hängengeblieben sind (zumindest die Namen 😊): Achterknoten, Spierenstich und Halbmastwurf. Die Zeit verging wie im Flug, alle Teilnehmenden hatten sichtlich Spass und genossen das südliche Ambiente, trotz frischem Wind, und das fröhliche Beisammensein.
Anschliessend liessen wir uns eine feine Pizza bzw. eine andere Köstlichkeit auf der schönen Seepromenade in Ascona schmecken und zum krönenden Abschluss durfte ein Gelato natürlich nicht fehlen.
Die Sonne war bereits hinter den Bergen verschwunden, als wir uns, doch ein wenig müde, aber sehr zufrieden, auf die Heimreise begaben.
Ein herzliches Dankeschön an Bruno, Marco und Peter für die Organisation dieses wunderbaren Tages, eure umsichtige Betreuung und das Sichern an der Wand.
Leiterteam: Bruno, Marco, Peter
Teilnehmende: Anita, Daniela, Inge, Jacqueline, Jerome, Silvia
Liebe Grüsse
Inge Maissen