, Andrea Neumeier
Skitourenbericht Piz dal Sasc in Bivio, 07. Februar 2026
Skitour 7. Februar 2026 auf den Piz dal Sasc in Bivio
Leitung: Jacqueline
Leiterkollegen: Peter, Hans, Jérôme
Besammlung für die Skiclübler war um 7.30 Uhr am Kohlplatz in Bonaduz. Nebst der Tourenleitung waren mit dabei Anita, Inge, Priska, Ursi, Andrea, Claudia, Sigi, Regula, Hanspeter, Adi und Sämi. Nach einer herzlichen Begrüssung gab uns Jacqueline über die bevorstehende Skitour einige Details und wies auf die Lawinenstufe erheblich+ hin, was bedeutet, dass die Skitour defensiv ausgelegt ist, um jegliche brenzlige Situation von vornherein auszuschliessen. In Fahrgemeinschaften gings nach Bivio zum Treffpunkt am Skilift Parkplatz an der Kantonsstrasse.
Alle waren gespannt auf die Schneesituation in Bivio. Der grosse Niederschlag ist in diesem Winter bis jetzt ausgeblieben und bei uns im Rheintal hat der Föhn auch den letzten Schnee mitgenommen. Ein Artikel „Scheinbar paradox: Kaum Schnee, aber enorm viele Lawinen“ in der Südostschweiz am 3. Februar vom SLF Davos machte mich vorgängig ebenfalls auf die Schneemenge in Bivio neugierig, weil das SLF den Schneemangel in Graubünden als sehr ausgeprägt bezeichnete. Bei uns liegt weniger als 30% des Schnees, der im langjährigen Schnitt anfangs Februar liegt. Als Beispiel wurde Bivio auf 1‘770 Meter genannt. Hier liegt die Schneehöhe aktuell bei 18 cm. Es gab nur einen Winter in 72 Messjahren mit weniger Schnee. In den vergangenen 90 Jahren gab es nur vier Winter mit weniger Schnee. Aber nun zurück zu unserer Skitour. Die Fahrt nach Bivio war ernüchternd, was den Schnee betraf. Überall aper. Man hatte fast den Eindruck, der Frühling ist bald da. In Bivio war es wenigstens nordseitig weiss.
Wir waren startklar wie eine gut geölte Skimaschine. Beim Skilift starteten wir unsere Skitour in drei Gruppen unterteilt. Nach einem kurzen Anstieg durchquerten wir eine lange stetig steigende Hochebene. Immer wieder war mit der Stockspitze der Felsboden zu spüren und überall schauten Gräser und Steine hervor. Ja, es gab wirklich wenig Schnee, aber viel Charme. Nach etwa einer Stunde hiess uns die Sonne willkommen. Bereits bei der ersten Pause gab es ein lustiges Stelldichein, wie wir wohl die Abfahrt durch all die schwarzen Punkte hindurch meistern würden.
Das Abfahrtsrennen der Olympischen Winterspiele liess uns am Handy fiebern, Jubel inklusive, als Franjo von Allmen gewann. Jacqueline behielt ihr Tourenziel wie ein Kompass im Blick und brach auf. Weiter ging es zum Passübergang Lunghin. Apropos: Der Pass Lunghin ist eine dreifache Wasserscheide zwischen Nordsee, der Adria und dem Schwarzen Meer.
Zweite Pause mit Blick auf die restlichen 300 Höhenmeter. Die Steigung schien uns nicht allzu hart, nur der Weg war schon eine kleine Weltreise. Der eine spürte es mehr, der andere weniger. Gestärkt nahmen wir den Anstieg zum Pass Lunghin in Angriff und erreichten über den kurzen Nordostrücken nach 4 Stunden unseren Gipfel, den Piz dal Sasc 2‘720 m. Die Anstrengung wurde belohnt: ein wunderschönes Panorama: Engadin, Bergell, Fernsicht und dabei warm, windstill – einfach perfekt!
Nach einer ausgiebigen entspannten Gipfelrast in der Sonne rief Jacqueline zum baldigen Aufbruch auf. Alls alle parat waren, gab sie für die bevorstehende Abfahrt unter Hinweis der Lawinenstufe erheblich+ klare Anweisungen. Jeder hält sich an die Anweisungen seines Leiters, keiner überholt diesen und jeder bleibt ziemlich in der Spur des Leiters. Ausdrücklich erwähnte Jacqueline, dass keiner zu weit nach links oder rechts ausscheren darf. Die Abfahrt erfolgte wieder in den gleichen Gruppen. Kaiserwetter küsst Pulverschnee – einladend zum Übermut. Keiner blieb verschont – jeder musste früher oder später ein leichtes Kratzen auf seiner Skiunterseite wahrnehmen. Das Spötteln blieb nicht aus. Ich war zusammen mit Ursi und Priska in der dritten Gruppe bei Hans. Und als wir auf Gruppe 2 stiessen, meinte Hans zu Adi, Steine freizulegen, damit er sie sehen und besser umfahren kann – nein, Adi bot an, Steine zu markieren, in seinem Rucksack hätte er ein paar Spraydosen. Ja, die Stimmung war wirklich gut und dann kam der Ausreisser von Hanspeter, der übermütig gegen die Anweisung von Jacqueline weit ausserhalb vom Hauptfeld der Abfahrtspuren ausscherte. Aus der letzten Gruppe hatte man natürlich alles bestens im Blick und wir konnten alles gut mitverfolgen. Beim darauffolgenden Zusammentreffen der Gruppen sprachen wir Hanspeter sofort auf sein Missgeschick darauf an. Anstatt Reue, verteidigte er sein Missgeschick, schlug Grätschen mit Altersvorteilen. Ein echter Boykottversuch? Wir nahmen’s entspannt, aber klar: Sicherheit geht vor.
Die Abfahrt war ein Riesenspass und Jacqueline fuhr mit Weitblick und einer erfahrenen Spürnase voran. Trotz der Lawinenstufe erheblich+ fand sie immer wieder Pulverschnee und jeder zog seine eigene Spur. Vom Pulverschnee bis leichten Bruchharsch war alles dabei. Letztendlich waren wir mit dem Schnee sehr zufrieden. Nach gut 1.5 Stunden waren wir alle unversehrt in Bivio zurück.
Nach der Tour kam der Einkehrschwung ins Restaurant Guidon und wir liessen die Skitour Revue passieren. Obwohl die Lawinensituation keinen Spielraum zuliess, hat Jacqueline eine super Skitour durchgeführt. Es wurde viel gelacht und wir hatten es gesellig und ja, Hanspeter stand im Zentrum der Erzählungen, aber alles mit Augenzwinkern. Verpetzen, so sagt man oft, ist nicht fein, deshalb wurde das Schreiben des Tourenberichts mein. Danke euch allen für dieses wunderbare Skitourenerlebnis, das ich mit euch allen haben durfte. Ganz vorn gilt meine Anerkennung und mein grosser Dank unserer Tourenleiterin Jacqueline und ihren Leiterkollegen Peter, Hans und Jérôme.
Link: Galerie Skitour
Mitam liaba Gruass, Andrea Neumeier